Efeutute-Ableger: Wo du abschneidest und wann sie Wurzeln bilden
Einen Efeutute-Ableger schneidest du 0,5 bis 1 cm unter einem Blattknoten ab, denn nur am Knoten bildet er Wurzeln. Mit 2 bis 3 Knoten und 1 bis 2 Blättern bewurzelt er im Wasserglas meist nach 1 bis 3 Wochen.
Einen Efeutute-Ableger schneidest du 0,5 bis 1 cm unter einem Blattknoten ab. Der Knoten ist die leicht verdickte Stelle am Trieb, aus der Blatt und Luftwurzel wachsen, und nur dort bildet der Ableger neue Wurzeln und später einen neuen Trieb. Ein Blatt mit Stiel, aber ohne Knoten, kann zwar Wurzeln bilden, treibt aber nie neu aus.
- Schnittstelle: 0,5 bis 1 cm unter dem untersten Knoten des Ablegers, an der Mutterpflanze 0,5 bis 1 cm über einem Knoten.
- Länge: 10 bis 15 cm mit 2 bis 3 Knoten und 1 bis 2 Blättern an der Spitze.
- Zeitpunkt: März bis August. Im Winter klappt es auch, dauert aber deutlich länger.
- Bewurzelung: im Wasser bei 20 bis 25 °C erste Wurzeln nach 1 bis 3 Wochen, einpflanzen ab 2 bis 5 cm Wurzellänge.
- Vorsicht: Der Pflanzensaft enthält Calciumoxalat-Kristalle und reizt Haut und Schleimhäute, deshalb mit Handschuhen schneiden.
Wo schneidest du einen Efeutute-Ableger ab?
Direkt unter einem Blattknoten, mit 0,5 bis 1 cm Abstand. Der Knoten muss am Ableger bleiben, denn nur dort sitzen die Anlagen für neue Wurzeln und die Knospe für den nächsten Trieb.
Jeder Schnitt betrifft zwei Pflanzenteile. Was du unten am Ableger stehen lässt, fehlt oben an der Mutterpflanze, und umgekehrt. Am saubersten arbeitest du deshalb mit zwei Schnitten: Zuerst trennst du den Trieb 0,5 bis 1 cm über einem Knoten der Mutterpflanze ab, damit sie dort aus der Knospe neu austreiben kann, und danach kürzt du den Ableger unten so ein, dass unter seinem untersten Knoten nur noch 0,5 bis 1 cm Stängel übrig bleibt. Warum nicht einfach mittig zwischen zwei Knoten schneiden? Dann bleiben an beiden Teilen lange Stängelstücke ohne Knoten stehen, die eintrocknen oder im Wasser faulen.
| Wo du schneidest | Folge für den Ableger | Folge für die Mutterpflanze |
|---|---|---|
| 0,5 bis 1 cm unter einem Knoten des Ablegers | bewurzelt zuverlässig, kaum Fäulnis | langer Stummel, wenn du nur einmal schneidest |
| 0,5 bis 1 cm über einem Knoten der Mutterpflanze | braucht unten einen zweiten Schnitt | treibt aus der Knospe an diesem Knoten neu aus |
| mittig zwischen zwei Knoten | langer Stängelrest ohne Knoten fault im Wasser leicht | Stummel trocknet bis zum nächsten Knoten ein |
| durch den Knoten hindurch | Wurzelanlagen beschädigt, Bewurzelung unsicher | Knospe beschädigt, an dieser Stelle kein Austrieb |
| nur am Blattstiel, ohne Knoten | bildet eventuell Wurzeln, aber nie einen neuen Trieb | keine Folgen |
Wie erkennst du einen Blattknoten an der Efeutute?
Am Knoten setzt der Blattstiel am Trieb an, und meist siehst du dort einen kleinen braunen Höcker, die Anlage einer Luftwurzel. Fehlt das Blatt schon, bleibt am Knoten eine ringförmige Narbe sichtbar.
Fahr mit den Fingern am Trieb entlang. Der Knoten ist etwas dicker als der Stängelabschnitt dazwischen, den Gärtner Internodium nennen. Bei gut belichteten Pflanzen liegen die Knoten nah beieinander, bei Efeututen aus dunklen Ecken oft weit auseinander, und genau dort lohnt sich das genaue Hinsehen, weil ein langer kahler Abschnitt leicht wie ein brauchbarer Ableger aussieht, obwohl unten gar kein Knoten mehr dran ist.
Hat der Knoten schon eine Luftwurzel von 1 bis 2 cm? Dann bewurzelt der Ableger oft schneller, weil sich an dieser Stelle im Wasser direkt neue Wurzeln bilden. Solche Triebe sind die erste Wahl.
Ableger, Absenker oder Steckling: Was ist der Unterschied?
Im Alltag meinen fast alle mit „Ableger“ einen abgeschnittenen Steckling. Gärtnerisch ist ein Ableger, auch Absenker genannt, ein Trieb, der noch an der Mutterpflanze hängt und erst abgetrennt wird, wenn er in einem zweiten Topf eigene Wurzeln gebildet hat.
Für die Schnittstelle macht das einen Unterschied. Beim Absenker drückst du einen Knoten auf die Erde in einem Topf daneben und fixierst ihn mit einer gebogenen Drahtklammer, und erst wenn an dieser Stelle ein neues Blatt erscheint, meist nach 4 bis 8 Wochen, trennst du den Trieb 0,5 bis 1 cm hinter dem bewurzelten Knoten auf der Seite der Mutterpflanze ab. Welche Variante passt zu dir? Das hängt vor allem davon ab, ob du schnell eine weiterwachsende Pflanze willst oder möglichst viele Pflanzen aus einem Trieb.
| Variante | Länge | Knoten | Blätter | Erste Wurzeln (Wasser, 20 bis 25 °C) | Weiterwachsen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kopfsteckling | 10 bis 15 cm | 2 bis 3 | 1 bis 2 an der Spitze | 1 bis 3 Wochen | wächst direkt an der Triebspitze weiter |
| Teilsteckling aus der Triebmitte | 10 bis 15 cm | 2 bis 3 | mindestens 1 | 1 bis 3 Wochen | treibt erst aus der Knospe am Knoten aus, das dauert länger |
| Einzelknoten-Steckling | 3 bis 5 cm | 1 | 1 | 2 bis 4 Wochen | langsamster Start, dafür viele Pflanzen aus einem Trieb |
| Absenker | bleibt am Trieb | 1 bis 2 auf der Erde | alle bleiben dran | nicht im Wasser, 4 bis 8 Wochen bis zum Abtrennen | wird bis zum Abtrennen von der Mutterpflanze versorgt |
Der Teilsteckling braucht mehr Geduld. Er hat keine Triebspitze mehr und muss erst eine neue anlegen.
Efeutute-Ableger schneiden: So gehst du vor
Du brauchst eine saubere, scharfe Schere, ein Glas mit Wasser und etwa 10 Minuten. Wichtiger als das Werkzeug ist die Reihenfolge: erst den Trieb auswählen, dann den Knoten suchen, dann schneiden.
- Trieb auswählen: gesund, ohne gelbe Blätter, möglichst mit kurzen Abständen zwischen den Blättern und sichtbaren Luftwurzelhöckern.
- Werkzeug reinigen: Klinge mit Alkohol abwischen. Eine stumpfe Schere quetscht den Stängel, statt ihn sauber zu trennen.
- Handschuhe anziehen: Der austretende Saft reizt die Haut.
- Mutterpflanze schneiden: 0,5 bis 1 cm über einem Knoten, damit dort ein neuer Trieb kommen kann.
- Ableger kürzen: unten so nachschneiden, dass 0,5 bis 1 cm Stängel unter dem untersten Knoten bleibt.
- Untere Blätter entfernen: Jedes Blatt, das im Wasser stehen würde, schneidest du am Blattstiel ab, ohne den Knoten zu verletzen.
- Ins Wasser stellen: mindestens ein Knoten unter Wasser, alle Blätter darüber, Wasser mit Zimmertemperatur.
Wie viele Ableger passen in ein Glas? In ein normales Trinkglas passen 3 bis 4 Stück, solange sich die Blätter nicht gegenseitig ins Wasser drücken und jeder Knoten frei im Wasser steht, statt am Glasboden aufzuliegen. Mehr sollten es nicht sein.
Wie lange dauert es, bis die Efeutute im Wasser wurzelt?
Bei 20 bis 25 °C und hellem Standort ohne direkte Sonne zeigen sich die ersten Wurzeln meist nach 1 bis 3 Wochen. Unter 18 °C oder im Winter kann es 4 bis 6 Wochen dauern.
| Zeitraum | Was du siehst | Was du tust |
|---|---|---|
| Woche 1 | kaum Veränderung, Blätter bleiben fest | Wasser alle 3 bis 4 Tage wechseln, hell ohne direkte Sonne stellen |
| Woche 1 bis 3 | weiße Wurzelspitzen am Knoten | Wasserstand halten, Knoten bleibt unter Wasser |
| Woche 3 bis 5 | Wurzeln 2 bis 5 cm lang, erste Verzweigungen | in Erde pflanzen |
| 2 bis 4 Wochen nach dem Einpflanzen | neues Blatt an der Spitze oder am Knoten | normal gießen, ab jetzt im Frühjahr und Sommer düngen |
Warum nicht einfach länger im Glas lassen? Wurzeln, die im Wasser gewachsen sind, müssen sich in der Erde umstellen, und je länger und dichter sie im Glas geworden sind, desto länger dauert diese Umstellung und desto eher hängen die Blätter in den ersten Tagen nach dem Einpflanzen schlaff herunter. Pflanz den Ableger deshalb bei 2 bis 5 cm Wurzellänge ein. Halte die Erde danach 2 Wochen lang leicht feucht, aber nicht nass. Bei mir hatten Ableger im Glas am Ostfenster nach knapp zwei Wochen die ersten Wurzelspitzen.
Direkt in Erde geht es auch. Dann steckst du den Ableger mit dem untersten Knoten 1 bis 2 cm tief in Anzuchterde oder in eine Mischung aus zwei Teilen Blumenerde und einem Teil Perlite und hältst sie gleichmäßig feucht. Die Bewurzelung dauert so meist 3 bis 6 Wochen, und du siehst sie erst, wenn ein neues Blatt kommt.
Wächst eine abgeschnittene Efeutute weiter?
Ja, beide Teile wachsen weiter. Die Mutterpflanze treibt aus der Knospe am obersten verbliebenen Knoten unter der Schnittstelle neu aus, der Ableger wächst nach der Bewurzelung an seiner Spitze oder aus seinem Knoten weiter.
An der Schnittstelle selbst wächst nichts nach. Der neue Trieb an der Mutterpflanze entsteht immer am Knoten darunter, und meist ist es nur einer, selten zwei. Wann siehst du ihn? Im Sommer zeigt er sich bei hellem Stand oft nach 2 bis 6 Wochen, im Winter kann die Knospe aber auch bis zum Frühjahr ruhen, ohne dass mit der Pflanze etwas nicht stimmt.
Wie bekommst du deine Efeutute buschiger?
Indem du mehrere bewurzelte Ableger zusammen in einen Topf setzt. Die Efeutute verzweigt sich von Natur aus wenig, deshalb bringt ein Rückschnitt pro Trieb meist nur einen einzigen neuen Trieb.
Für einen dichten Topf reichen 3 bis 5 Ableger in einem Topf mit 12 cm Durchmesser. Du kannst sie auch direkt am Rand in den Topf der Mutterpflanze stecken, wenn dort noch Platz ist, und so die kahle Mitte einer älteren Hängepflanze wieder füllen, ohne einen zweiten Topf aufzustellen. Was tun, wenn noch keine Mutterpflanze da ist? Dann startest du mit einer kleinen Pflanze, zum Beispiel der Epipremnum Aureum mit 20 cm Höhe im 12-cm-Topf für 14,90 €. Nach einer Saison hat sie genug Triebe für die ersten Ableger.
Welche Fehler verhindern, dass der Ableger Wurzeln bildet?
Der häufigste Fehler ist ein Ableger ohne Knoten unter Wasser. Danach folgen zu niedrige Temperaturen und Blätter, die im Wasser stehen und faulen.
- Kein Knoten im Wasser: Ohne Knoten unter der Wasserlinie bilden sich keine Wurzeln.
- Blätter im Wasser: Sie faulen innerhalb weniger Tage und machen das Wasser trüb.
- Zu kalt: Unter 18 °C verlangsamt sich die Bewurzelung stark, am kalten Winterfenster steht sie oft still.
- Pralle Sonne aufs Glas: Das Wasser erwärmt sich, und an der Glaswand bilden sich Algen.
- Wasser nicht gewechselt: Trübes, riechendes Wasser enthält wenig Sauerstoff, der Stängel wird weich.
Wird der Stängel unten braun und matschig? Dann schneidest du ihn bis ins gesunde, feste Gewebe zurück, achtest darauf, dass trotzdem noch ein Knoten unter Wasser steht, und setzt den Ableger in frisches Wasser. Das klappt oft noch.
Für wen ist das Vermehren über Ableger nicht das Richtige?
Wenn du sofort eine volle Hängepflanze willst, ist ein Ableger der falsche Weg. Bis aus 3 bis 5 bewurzelten Ablegern ein dichter Topf mit langen Trieben wird, vergehen meist mehrere Monate.
Auch mit Katzen oder kleinen Kindern im Haushalt ist ein Wasserglas auf der Fensterbank keine gute Idee. Alle Pflanzenteile der Efeutute enthalten Calciumoxalat-Kristalle, die beim Kauen Mund und Rachen reizen, und Ableger im Glas stehen meist genau dort, wo Katzen gern sitzen. Hast du keinen sicheren Platz? Dann lass es lieber.
Bei stark panaschierten Sorten brauchst du mehr Geduld. Die Epipremnum Marble Queen (25 cm, 20,90 €) hat viel weiße Blattfläche und damit weniger Blattgrün, sie wächst langsamer und ihre Ableger brauchen mehr Licht als die der grünen Formen. Eine Übersicht aller Sorten findest du in unserer Kategorie Efeutute.
FAQ: Häufige Fragen zum Efeutute-Ableger schneiden
Kann ich einen Ableger ohne Knoten bewurzeln?
Nein, nicht sinnvoll. Ein Stängelstück ohne Knoten bildet keine Wurzeln. Ein einzelnes Blatt mit Stiel kann im Wasser zwar Wurzeln entwickeln, ohne Knoten fehlt ihm aber die Knospe für einen neuen Trieb, und es bleibt dauerhaft ein einzelnes Blatt.
Wie viele Ableger kann ich von einer Efeutute schneiden?
Nimm höchstens ein Drittel der Blattmasse auf einmal weg. Bei einer Pflanze mit vielen langen Trieben sind das schnell 10 und mehr Ableger, bei einer kleinen Pflanze eher 2 bis 3.
Brauche ich Bewurzelungspulver?
Nein. Die Efeutute bildet an ihren Knoten ohne Hilfsmittel Wurzeln, ein Bewurzelungspulver bringt hier kaum einen Vorteil. Wichtiger sind Wärme von 20 bis 25 °C, ein heller Platz und frisches Wasser.
Gilt die Schnittregel auch für Scindapsus?
Ja. Auch Scindapsus bildet Wurzeln nur an den Knoten, du schneidest also ebenfalls 0,5 bis 1 cm unter einem Knoten. Die Scindapsus Pictus Argyraeus (15 cm, 17,90 €) wächst meist etwas langsamer als die grüne Efeutute, plane für die Bewurzelung also eher 3 bis 4 Wochen ein.
Kann ich Ableger im Winter schneiden?
Ja, wenn der Ableger warm und hell steht. Bei 20 °C und mehr bewurzelt er auch im Winter, braucht aber oft doppelt so lange wie im Sommer. Steht er am kalten Fenster unter 18 °C? Dann wartest du besser bis März.









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